Anstehende Messen:
Fair for Art Vienna, WIKAM
Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27A, 1010 Wien, 7. - 15. Oktober 2017


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Moll, Carl

(Wien 1861 - 1945 Wien)

Moll studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien 1880/1881 bei Christian Griepenkerl. Er wurde später Schüler von Emil Jakob Schindler.
1896 erhielt er auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin eine kleine Goldmedaille. 1897 war er einer der Mitbegründer der Wiener Secession. Die Secessionisten brachten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst nach Wien. 1901 baute Josef Hoffmann für Moll und Koloman Moser auf der Hohen Warte im 19. Wiener Gemeindebezirk ein großes Doppelhaus, das erste einer geplanten Villenkolonie für wohlhabende Bauherren. Hier wohnte Moll mit der Adresse 19., Steinfeldgasse 8, dann bis 1908. In diesem Jahr übersiedelte er um die Ecke in die Wollergasse 10, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Auf Betreiben Molls entstand im Jahre 1903 die staatliche Moderne Galerie, heute Österreichische Galerie Belvedere.
1905 trat Carl Moll gemeinsam mit der Gruppe um Gustav Klimt aus der Secession aus. Er trat als Leiter der Galerie Miethke auch als Förderer Klimts auf. Er organisierte Ausstellungen internationaler Künstler und brachte unter anderem erstmals Werke von Vincent van Gogh nach Wien.
In den 1930er Jahren wurde Moll zu einem überzeugten Nationalsozialisten. Seine Stieftochter Alma musste jedoch im März 1938 nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland mit ihrem Mann, dem Dichter Franz Werfel, wegen dessen jüdischer Abstammung fliehen. Nur wenige Tage später holte Moll fünf Bilder, die Alma der Galerie im Belvedere geliehen hatte, im Namen seiner Tochter Maria Eberstaller ab. Das wertvollste der Bilder, Edvard Munchs Sommernacht am Strand, verkaufte Moll später an die Galerie zurück. Carl Moll war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
Als die Rote Armee Anfang April 1945 die Schlacht um Wien gewann, verfasste Moll einen mit 10. April datierten Abschiedsbrief mit dem Satz Ich schlafe reuelos ein, ich habe alles Schöne gehabt, was ein Leben zu bieten hat. Drei Tage später nahmen sich Moll, seine Tochter und sein Schwiegersohn das Leben. Er wurde auf dem Grinzinger Friedhof begraben.
Foto Landschaft mit Heumandln